Der Teufel steckt im Detail

So, zwischendurch mal ein guter Rat an alle Bauwilligen:

Während der Bauphase wird man leider immer wieder sehr unglücklich und oft frustriert sein. Das liegt unter anderem daran, dass man vor der Bauphase, während man sich sein schickes kleines Haus ausmalt, eben noch absolut keine Ahnung hat. Wenn man also zum Verkäufer sagt: “Ich möchte eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben, dass soll schon mal vorbereitet werden”, dann steht beim nächsten Mal “Leerrohr Sat” mit einem bestimmten Aufpreis im Angebot. Man denkt sich nicht viel dabei, denn man hat ja gesagt, dass für die Installation der Sat-Schüssel schon mal die Vorbereitungen getroffen werden sollen.

Nun, erst wenn man dann den Vertrag unterschrieben hat und es ans Eingemachte geht, dann kommen die Überraschungen: Dachziegel mit Satdurchführung ca. 200€, Antennenmast x €, eventuell noch Einbau x €, ganz zu Schweigen von Anschlusskabel x € und – wenn man technisch unbegabt ist (was wir ja zum Glück nicht sind) auch noch der Anschluss des Kabels an das Haussystem x€ – etc. Und obwohl man vielleicht vorher dachte, das man ja gesagt hat, man will eine Sat-Schüssel auf dem Dach installieren und das vermeintlich in dem Vertrag mit aufgenommen wurde, ist man am Ende sehr viel schlauer. Denn man weiß, dass das nur ein kleiner Bruchteil der Arbeit zur Herstellung der Satanlage ist, nämlich einfach nur die Anweisung für den Elektriker, ein Rohr in die Wand zu stecken. Tja: What you see is what you get! Und so kommen locker noch einmal ein paar hundert €uro dazu.

Wenn der geneigte Leser nun denkt: “Ach was sind schon ein paar hundert €uro gegen so eine hohe Gesamtsumme?” Hier möchte ich zu bedenken geben, dass sich diese und ähnliche Erlebnisse wie ein roter Faden durch das komplette Bauvorhaben ziehen und am Ende sind aus ein paar hundert €uro mehr ein paar tausend geworden. Ein paar tausend, die man vielleicht nicht so in seiner Finanzierung eingeplant hat. Der Tipp, mindestens 10% der Gesamtsumme als Puffer für Mehrkosten obendrauf zu rechnen mag auf den ersten Blick vollkommen hanebüchen erscheinen, ist aber, wenn man dann später um jeden €uro kämpfen muss, weil man so ziemlich bei jedem Gewerk sein Budget gesprengt hat ein durchaus ernst zu nehmender Rat.

Was nehmen wir hieraus also mit:

1. Immer viel viel mehr Geld einplanen, als man vorher angenommen hat.

2. Seine Wünsche wirklich absolut genau äußern und das dann auch schriftlich festhalten (z.B.: Verlegung von Leerrohr und Anschlusskabel, Montage eines Satellitenmasts inkl. Antennenziegel, Anschluss an Multimedia-Haussystem…. so oder ähnlich. Wahrscheinlich fehlen auch hier noch Details.)

Wenn man hier also sieht, wie viel Detailwissen man sich eigentlich aneignen muss, dann ist es wahrscheinlich gar nicht vermessen auch noch den Rat zu geben, am besten mindestens 1 Jahr vor Vertragsabschluss schon mit der Planung anzufangen. Und mal ehrlich: Mit der Planung ihrer Hochzeitsfeier fangen viele Paare ja auch schon 1-2 Jahre vorher an. Warum sollte es da bei dem Großprojekt Haus anders sein?

3 thoughts on “Der Teufel steckt im Detail”

  1. RWE- für viele Menschen heute ein Reizwort, hat aber auch seine guten Seiten. Ich denke hier an das anerkannte “Bauhandbuch”
    Jedenfalls haben mir schon vor 50 Jahren Architekten und Bauamtsleiter das Buch gerne abgenommen. Zwar ist das Buch heute nicht mehr kostenfrei erhältlich, aber 50.-€ sind eine gute Anlage
    für alle, die sich einen Überblick in alle Baugewerke verschaffen wollen.
    Grüße von der Mosel

  2. Hallo ihr lieben. 🙂

    Vielen Dank für die wertvollen Tipps! Das ist schon recht ärgerlich. Jedoch befürchte ich, das es fast niemandem gelingt, ein Bauvorhaben ohne ungewollte/ unbewusste Mehrkosten durchzuziehen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht noch mehr werden. 😉

    Viele Grüße,
    LLM

  3. Hallo
    Liebe Kerstin ich danke Dir für die tollen Tipps und das Gespräch
    Ich hoffe deine Sorgen bezüglich des Geldes und einer möglichen Insolvenz haben sich beruhigt.
    Mein Tipp an Dich lass 5 gerade sein nimm alles etwas gelassener hin, nörgeln hilft nicht und vor allen Dingen was ich festgestellt habe: lass die Arbeiter ihre Arbeit erledigen ohne ständig dazwischenzufunken. Das ist wirklich kontraproduktiv …

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